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Wird es in deutschen Wohnstuben bald kalt?

(Berlin, 9. Januar 2009) Die Diskussion darüber, ob die aktuelle Liefereinschränkung des russischen Gases dazu führt, dass die deut-schen Wohnstuben bald kalt werden, ist durchaus nachvollziehbar und verständlich.

Haben nun die deutschen Gaslieferanten Recht, dass die deutsche Versorgung eine Zeit lang auch ohne russi-sche Gaslieferungen sichergestellt werden kann? Ja und nein, wie TEAM CONSULT aus Berlin in nachfolgender Analyse belegt.

Zunächst zu den Fakten:

Der Anteil an russischem Erdgas in unserer Gasversorgung liegt im Jahresdurchschnitt bei ca. 35%, aus den derzeit gesperrten Transitleitungen werden ca. 30 % des deutschen Gasbedarfs geliefert. In Hochlastzeiten während der kälteren Wintertage ist der Anteil jedoch bezogen auf Tageslieferungen deutlich niedriger, weil im Winterhalbjahr in großem Umfange Gas aus Speichern zusätzlich eingespeist wird.

Am kältesten Tag mit durchschnittlich minus 10 Grad, braucht Deutschland etwa 720 Mill. m³. Unter normalen Lieferbedingungen (d.h. keine Lieferausfälle) und vollständigem Einsatz aller Speicherkapazitäten wären aber bis zu ca. 880 Mill. m³ pro Tag verfügbar. Gazprom trägt mit den Gesamtlieferungen davon ca. 140 Mill. m³ (16%) bei und ist momentan ersetzbar.

Da sich die Speicher unter voller Ausspeicherleistung teilweise in nur 20 Tage entleeren, würde es in absehbarer Zeit dann doch noch knapp. Dabei sind jedoch 20 extrem kalte Tage nacheinander historisch nicht belegbar und nicht zu erwarten.

Fazit:
1. Spätestens in 4-5 Wochen sollte das Russengas wieder fließen, wenn es nicht zu tatsächlichen Eng-pässen kommen soll.
2. Unter der unwahrscheinlichen Annahme, dass in dieser Zeit keine Einigung erzielt wird, und es langfristig richtig kalt bleibt, müssen andere Maßnahmen getroffen werden wie jetzt teilweise schon in Osteuropa.

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